Wieso weshalb warum vegan? Worum geht es hier?

Mir selbst war lange nicht bewusst, was für einen ökologischen „Rattenschwanz“ die Ernährung mit sich bringt; Noch war mir klar, was für einen immensen Einfluss die tägliche Nahrung auf den eigenen Körper, das Wohlbefinden und die Gesundheit*1 hat.

Tatsächlich ist es so:

Die vegane, vollwertig-pflanzliche Ernährung kann der Schlüssel dafür sein, unsere immer weiter wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, die Umwelt zu schonen und chronisch-degenerative Erkrankungen vorzubeugen, teilweise sogar umzukehren.

Karnivore oder Vegan

Lange Zeit glaubte ich, dass es egal sei, was ich kaufe und konsumiere. Vielleicht geht oder ging dir das ähnlich? Gedanken wie: „Jetzt ist das Tier ja eh schon tot, wäre ja schade drum.“ Oder: „Wenn ich es nicht kaufe tut es ein anderer, macht also keinen Unterschied. Wozu die Mühe?“

Die Wahrheit aber ist:

Jeder Kauf eines Produktes signalisiert dem Markt eine bestimmte Nachfrage.

Wo eine Nachfrage besteht wird auch produziert!

Es ist de facto NICHT egal, was ich kaufe oder was du kaufst.

Der Kaufzettel ist ein Wahlzettel mit dem jeder bestimmt, was produziert wird.

Wenn ich H-Milch im nächsten Supermarkt kaufe, geht das Geld in den Industriezweig der Milchproduzenten.

Wenn ich Äpfel aus meiner Region kaufe, fließt das Geld in Richtung des Erzeugers.

Die persönliche Kaufentscheidung betrifft letzten Endes nicht nur die Person selbst, also mich oder dich, sondern auch den Produzenten/Erzeuger und im Falle von Tierprodukten natürlich auch direkt ein Lebewesen.

Die Realität rüttelte mich erstmals 2017 als ich las, dass für die Herstellung von 1 KG Rindfleisch ca. 15.500 Liter (!!!) Wasser verbraucht werden. *2

Die Auswirkungen der intensiven Tierhaltung auf die Umwelt schockten mich als nächstes.

Wusstest du, dass der Großteil der in der Landwirtschaft anfallenden Emissionen – nämlich 75 % – auf die Produktion tierischer Produkte anfallen?
Etwas zwei Drittel dieser Emissionen fallen aus der Herstellung von Milch und Rindfleisch an (Meier, 2013).

Das Schlüsselerlebnis waren jedoch nicht Informationen über die ökologischen oder gesundheitlichen Folgen von mischköstlicher Ernährung, sondern die Dokumentation „Earthlings„.

Die Verbindung zwischen dem Produkt auf dem Teller (das „gute“ Steak) und einem Lebewesen, welches allein dafür gezüchtet wird, um ausgebeutet und getötet zu werden, wurde durch diesen Film wieder hergestellt.

Es ist schon paradox, wenn Freunde Kommentare wie: „Ich würde meine Kinder niemals zwingen, auf Fleisch zu verzichten!“ bringen, in Anbetracht der Tatsache, dass es doch eher so läuft, dass Kindern beigebracht werden muss, tote Tiere zu essen.

Niemand von uns wäre als Kleinkind auf die Idee gekommen, Schweinchen Babe aufzuschlitzen, um es dann zu essen. Uns hätte jederzeit das Kartoffelpüree mit viel Ketchup gereicht, wenn Schweinchen Babe dafür hätte leben dürfen!

Ich erinnere mich ganz dunkel an eine Situation aus meiner Kindheit – Im Biologieunterricht hatte ich gerade erst gelernt, dass aus dem Frühstücksei normalerweise ein Küken schlüpft (#Menstruationsplörre) und ich verstand nicht, warum das gekocht und gegessen wird, wenn da doch ein Baby rauskommen soll.

Meine zwei Jahre jüngere Schwester konnte das gar nicht glauben und boykottierte das Essen, das Thema wurde mit dem einfachen Satz: „Jetzt hört auf zu streiten, das ist bloß ein Frühstücksei, das ist gesund und schmeckt euch doch gut“ beendet.

Vielleicht hattest du ähnliche Situationen in deiner Kindheit, an die du dich zurück erinnern kannst?

Hast du dich vielleicht auch schon mal gefragt, warum wir hierzulande überhaupt Geflügel, Schweine und Rinder essen und in China essen sie Hunde und Katzen?

Eine Theorie, welche das und vieles mehr erklärt ist folgende:

Die meisten Menschen auf dieser Welt essen Fleisch heutzutage nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie sich dafür entscheiden.

Diese Entscheidung wird jedoch nicht als solche bewusst wahrgenommen:

Es ist vielmehr eine Ideologie, welche Menschen darauf konditioniert, bestimmte Tiere zu essen und andere nicht.

Dieses Glaubenssystem, in welchem Fleischkonsum als natürlich, normal und notwendig gelehrt wird, wird auch als „Karnismus“ bezeichnet. *3

Nach dieser Theorie basiert das Fleischessen – genauso wie der Veganismus – auf einem Glaubenssystem.

Nun habe ich viele Punkte angeschnitten, welche dir eine Ahnung geben sollen, wieso weshalb warum „vegan“  die Lösung für so viele Probleme sein kann und ich dir so viele Informationen wie möglich dazu geben möchte.

Long story short:

Desto mehr Menschen verstehen, dass ihre Kauf- und Konsumentscheidung einen Einfluss auf das Weltgeschehen und die eigene Gesundheit haben, desto besser für uns alle. Doch Achtung!

Vegan ist nicht gleich gesund!

Damit eine pflanzenbetonte Ernährung auch tatsächlich gesund ist, gibt es ein paar Dinge zu beachten, diese sollst du hier natürlich kennen lernen und anwenden können, damit das Klischee „Vegane Mangelernährung“ auch bald aus der Welt geräumt werden kann und die intensive Tierhaltung ein Ende findet.

Selbst den Schritt zu gehen und den veganen Lebensstil für mich auszuprobieren, dazu hat mich Gandhi inspiriert, welcher schon vor langer Zeit sagte:

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Quellen:

*1 – World Health Organization (2015). Fact Sheet N° 394: Healthy Diet

Ornish, D., Scherwitz, L., Billings, J. et al. (1998). Intensive lifestyle changes for reversal of
coronary heart disease. JAMA,16;280(23), 2001-7.

Esselstyn, C., Gendy ,G., Doyle, J., Golubic, M. & Roizen, M. (2014). A way to reverse CAD?. J
Fam Pract., 63 (7), 356-364b.

Barnard, N., Cohen, J. & Jenkins, D. (2009). A low-fat vegan diet and a conventional diabetes diet
in the treatment of type 2 diabetes: a randomized, controlled, 74-wk clinical trial. Am J Clin Nutr,
89 (5), 1588–1596.

Berkow S. & Barnard, N. (2006). Vegetarian diets and weight status. Nutr Rev, 64(4), 175-88

Ganmaa, D., Li, X., Qin, L., Wang, P., Takeda, M. & Sato A. (2004). Milk consumption is a risk
factor for prostate cancer: meta-analysis of case-control studies. Nutr Cancer. 48 (1), 22-7

*2 – A.Y. Hoekstra (Hrsg.): Virtual water trade (englisch), S. 16 zum Thema Wasserfußabdruck, UNESCO-IHE, Delft, 2003.

*3 – Joy 2011, S. 30 ff.

Bilder: Pixabay.com

Kategorien: Veganismus

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